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AKTUELLES

 


 

EuGH kippt Mindesthonorarsätze der HOAI !

- Juli 2019 -

 

In der heute, am 04.07.2019, veröffentlichten Entscheidung hat der EuGH (Rechtssache C-377/17) festgestellt, dass die Bundesrepublik Deutschland mit der Aufrechterhaltung der Höchst-und Mindestsätzefür Honorar der Architekten und Ingenieure ( HOAI) gegen zwingendes EU-Recht verstößt.

 

Damit dürfte voraussichtlich die unsägliche, von den nationalen Gerichten aber bisher für zulässig erachtete Praxis einiger Berufsträger, zumindest Pauschalhonorare unterhalb der" Mindestsätze" zu vereinbaren und nach Fertigstellung der Leistungen Mindestsatzhonorare einzufordern, oder sich bei festgestellten Mängeln und Schadensersatzansprüchen diesen Verpflichtungen durch nachträgliche Ab- und Aufrechnung von Mindestsatzhonoraren zu entziehen, ein Ende finden.

 

In dieser Hinsicht steht die Entscheidung über die von uns errungene Vorlage des Landgerichtes Dresden an den EuGH ( Rechtssache C 137/18) noch aus. Deren Ausgang scheint jedoch nach der heutigen Entscheidung des EuGH vorgezeichnet.

 

Dietmar Scholz

Rechtsanwalt


 

Fallen jetzt die Mindestsätze für Architekten und Ingenieure ?

- März 2019 -

- März 2019 -  - Mär- März 2019 .

Wir hatten bereits über den von uns errungenen Vorlagebeschluss des Landgericht Dresden v. 08.02.2018 in der Rechtssache 6 O 1751/15 berichtet, in welchem das Landgericht Dresden die Rechtsfrage dem EUGH vorgelegt hatte, in wieweit die in der HOAI normierten Mindestsätze gegen EU-Recht verstoßen.

 

Der EUGH hat dieses Vorabentscheidungsverfahren Rechtssache C-137/18 ausgesetzt, bis nach Entscheidung der Rechtssache C-377/17, Klage der Kommission gegen die Bundesrepublik wegen Vertragsverletzung. In der Rechtssache C-377/17 liegen jetzt seit 28.02.2019 die Anträge des Generalanwaltes vor. Dieser teilt im vollen Umfang die von der Kommission und uns vertretenen Auffassungen in der Vorlagesache C 137/18.

 

Zum immer wieder aus Fachkreisen erhobenen Einwand, der mutmaßliche Rechtsverstoß der HOAI gegen Gemeinschaftsrecht, berühre jedenfalls rein innerstaatliche Vertragsverhältnisse nicht, verweist der Generalanwalt klar und zutreffend auf 2 anderslautende Entscheidungen des EUGH, Rdnr. 27 der Schlussanträge des Generalanwaltes, mit Verweis auf Fn. 12, Verfahren X und Visser ( C-360/15 und C 31/16).

 

Ob der EUGH den Schlussanträgen folgt ist offen.

Wir warten die Entscheidung ab.

 

Wir sehen die  aus unserer Sicht voll zutreffenden Ausführungen des Generalanwaltes als Meilenstein gegen die – aus unserer Sicht – Gemeinschaftsrecht negierende Argumentation der Lobbyverbände, letztlich gegen leider immer wieder von (wenigen) Architekten praktizierte, - wie wir meinen – treuwidrige Vorgehensweise, Honorare unter den Mindestsätzen anzubieten und vertraglich zu vereinbaren, aber bei Inanspruchnahme auf Schadenersatz wegen Fehlern ihrer Leistung, Mindestsatzabrechnungen aus dem Hut zu zaubern, um mit diesen gegen Schadenersatzansprüche der Bauherren aufzurechnen, oder sich einfach nur einen Honorarnachschlag zu gönnen, mit dem kein Bauherr mehr rechnen musste, mit der Begründung, es würden ja die Mindestsätze gelten, eine darunter liegende Honorarvereinbarung sei nichtig.

 

Dietmar Scholz

Rechtsanwalt

 

Hallervorden & Scholz Rechtsanwälte

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